bujinkanwelsbanner

Toshitsugu Takamatsu - The Last True Ninja 1 / 2


Der letzte Meister des Ninjutsu, der seine Fähigkeiten noch zu seinem Schutz in Kämpfen auf Leben und Tod anwenden musste.

Im Alter von 21 Jahren rannte Takamatsu von zu Hause weg, da er von seinem familiären Leben enttäuscht war. Ein Jahr lang lebte er auf dem Berg Mana bei Kobe und ernährte sich lediglich von rohem Reis. Er feilte in dieser Zeit hart an seiner Kampfkunst und erhielt viele Unterweisungen von einem ebenfalls auf dem Berg lebenden Eremiten. Takamatsu erkannte, daß er Geld verdienen mußte, um etwas zu erreichen und entschloß sich daher, nach China zu reisen.

Für die Dauer von zehn Jahren wanderte er durch die Mandschurei und Nord-China. Während seines turbulenten Aufenthaltes in China mußte sich Takamatsu mehrere Male mittels seiner Ninjutsu-Kenntnisse gegen Banditen verteidigen, um zu überleben - stets erfolgreich.

Während seiner Reise nach China lernte er noch viele weitere Kampfkünsten und müsste mehrere Kämpfe absolvieren. In seinem Tagebuch berichtet Takamatsu von 12 Kämpfen auf Leben und Tod und 7 Vergleichskämpfen. Takamatsu verlor ein Auge während ein Kampf. Es wurde durch ein aus Glas ersetzt.

artworkmongoliantiger1
lastgreatwarriortakasepia

Folgendes Gedicht
schrieb Takamatsu damals für Hatsumi:
 

Vor langer Zeit war ich ein vorzüglicher Krieger der Koppojutsu-Tradition.

Ich war mutig und brennend wie eine Flamme, sogar im Kampf gegen gefährliche Raubtiere.

Ich habe ein Herz, daß den wilden Blumen einer Wiese gleicht und doch gerade und wahrhaftig ist, wie ein Bambus.

Selbst zehntausend Feinde können mir keine Angst einflößen.

Wer jedoch ist auf dieser Welt, um den Willen meines Kriegerherzen am Leben zu halten.

Dann kamst Du, der du von den Göttern des Krieges zu mir gesandt wurdest.

Ich habe auf Dich gewartet, all die Jahrzehnte.

In einem weiteren Kampf ritt ein erfahrener Soldat auf ihn zu. Takamatsu war nicht bewaffnet, aber auf dem Boden vor ihm lag ein Schwert. Als der Reiter in der Absicht, Takamatsu zu erschießen, eine Pistole zog, lief er vorwärts, tauchte mit einer Rolle aus der Schusslinie ab, nahm während der Rolle das Schwert auf, sprang in die Luft und köpfte den Mann. Er erzählte später seinen Schülern, dass es von größter Wichtigkeit sei, möglichst viele Variationen von Rollen in die verschiedensten Richtungen zu beherrschen.

Der mongolischer Tiger - Takamatsu erlangte in China ein hohes Ansehen. In China erhielt er den Kampfnamen Môko no Tora (Mongolischer Tiger). Jahre lang arbeitete er als Leibwächter des chinesischen Kaiserhauses. Fürst Ren, ein Verwandter des Kaisers von China betrachtete Takamatsu wie seinen eigenen Sohn. Takamatsu war ein berühmter Lehrer, er trainierte mehr als achthundert chinesische, japanische, amerikanische und französische Schüler. Jeden Tag trainierte er 70 bis 80 Schüler. Selbst in der Hitze des Sommers zeigte sich nicht ein Tropfen Schweiß bei ihm. 1914 gründete Takamatsu eine Vereinigung der japanischen Kampfkünste (Butokukai) in Nord-China.


Der Wettkampf mit einem Meister des Shaolin Kung-Fu - Zu dieser Zeit wurde er auch aufgrund unglücklicher Umstände in einen Kampf mit einem bekannten Meister des Shorin Ryu Karate namens Zhang Zi Liang verwickelt, der um einiges älter als Takamatsu war und rund 124 Kilo wog. Nachdem Takamatsu dreimal herausgefordert worden war, nahm er den Kampf an. Der Kampf fand im Butokukai statt. Vor dem eigentlichen Kampf erinnerte sich Takamatsu an einen Traum, den er eines Tages gehabt hatte, in dem ein Riese versuchte, eine Fliege mit einem Eisenstab zu erschlagen. Die Fliege rettete sich das Leben, indem sie den Angriffen auswich und ständig in Bewegung blieb bzw. umherflog. Takamatsu beschloß, diese Kampftaktik gegen seinen Gegner anzuwenden. Zhang Zi Liang griff Takamatsu erbittert mit kraftvollen Fußtritten und Schlägen an, aber Takamatsu benutzte Roppo Tobi, um den Angriffen durch gewaltige Sprünge zur Seite bzw. nach vorne oder hinten auszuweichen. Nach ungefähr einer Stunde Kampfesdauer waren die Bewegungen Zhan Zi Liangs erlahmt und aufgrund seines hohen Gewichts schwitzte er wie ein «Wasserfall». Takamatsu hingegen merkte man keinerlei Müdigkeit an. An diesem Punkt wurde der Kampf von Herrn Lian, einem Onkel des Kaisers, gestoppt und auf unentschieden entschieden. Zhan Zi Liang und Takamatsu reichten sich die Hand zur Versöhnung und wurden gute Freunde (Zhang Zi Liang bat Takamatsu nach dem Kampf, ihn in seinem Kampfkunstwissen zu unterrichten).


Nachdem Takamatsu durch seine Kampfkunst viel verdient hatte , kehrte er 1919 nach Japan zurück, wandte sich verstärkt der Religion zu und wurde mit der Zeit leitender Tendai-Priester.

Takamatsu erlangte in Japan bereits zu Lebzeiten aufgrund seiner Persönlichkeit (Shinjutsu [Gewandheit des Geistes]) und seines umfassenden Wissens in den traditionellen Kampfünsten im Jutaijutsu (Kunst der Selbstverteidigung) und Bojutsu (Stockkampf) den Ruhm einer «lebenden Legende». Nur wenige wußten jedoch, daß er zugleich auch der Großmeister der letzten Ninja-Traditionen Japans war.

Takamatsu malte sehr gerne und hielt einen geregelten Tagesablauf ein: er ging stets um 21 Uhr zu Bett und stand um 6 Uhr 30 in der Frühe auf. Jeden Morgen übte er Reisui Masatsu aus (den Körper mit einem Handtuch «rubbeln», das zuvor in kaltes Wasser getaucht wird).

Toshitsugu Takamatsu verstarb am 2. 4. 1972 in seinem Haus in Nara (östlich von Osaka). Noch vor seinem Tod hatte er seinen 1957 kennengelernten Schüler und heutigen Sôke des Bujinkan Dr. Masaaki Hatsumi zu seinem legitimen Nachfolger in den neun von ihm repräsentierten traditionellen japanischen Kampfkunststilrichtungen bestimmt, die er im Kutai Kishinto Ryu Chosui Ha sowie in seiner Kashihara Shobukai-Organisation zu Lebzeiten unterrichtet hatte. Dr. Masaaki Hatsumi ist somit Sôke der nachfolgenden Ryu:

GENERATION / RYU

34. Togakure Ryu Ninpo

28. Gyokko Ryu Kosshijutsu

28. Kukishinden Ryu Happo Hikenjutsu

21. Gyokushin Ryu Ninpo

18. Koto Ryu Koppojutsu

17. Takagiyoshin Ryu Jutaijutsu

16. Shindenfudo Ryu Dakentaijutsu

15. Gikan Ryu Koppojutsu

14. Kumogakure Ryu Ninpo

senseitakamatsumemorial

Takamatsu wird als BUJIN (göttlicher Krieger) im Bujinkan in Erinnerung gehalten, welches zu seinen Ehren so von Soke Dr. Masaaki Hatsumi benannt wurde.



* Anmerkung: Alle Informationen in diesem Artikel wurden aus verschiedenen Quellen wie z.B. Wikipedia, zusammengetragen.